Klinische Studien

Die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) will durch Fortschritte in der Forschung die Lebensqualität von Menschen mit Krebs verbessern.
Daraus resultiert die Verpflichtung der Darmkrebszentren zur Teilnahme an Klinischen Studien.
Klinische Studien sind Untersuchungen, in denen neue medizinische Behandlungsformen auf ihre Wirksamkeit hin erforscht werden.
Das Darmkrebszentrum des St.Vincenz-Krankenhauses bietet ausschließlich die Beteiligung an Studien der so genannten Phase III oder IV. Das bedeutet, die Wirkung eines Medikamentes ist bereits gesichert, ein Vergleich mit der Standardbehandlung steht jedoch noch aus.
Voraussetzung für die Teilnahme an einer Studie ist in jedem Fall die schriftliche Zustimmung des Patienten.

Wir möchten Ihnen mit der Teilnahme an Studien die Möglichkeit bieten, an neuesten Therapiemöglichkeiten teilzuhaben und aktiv den Fortschritt in der Medizin zu unterstützen.

Aktuell beteiligt sich das Darmkrebszentrum des St. Vincenz-Krankenhaus an der PETACC-6 Studie.
Die PETACC-6 Studie vergleicht beim lokal fortgeschrittenen Mastdarmkrebs, ergänzend zur Strahlentherapie, die Wirksamkeit einer Kombination von Medikamenten (Capecitabin und Oxaliplatin) gegen ein Medikament (Capecitabin).
Es handelt sich um eine internationale Studie. Neben Deutschland nehmen auch Australien, Österreich, Belgien, Kanada, Ägypten, Frankreich, Ungarn, Niederlande, Polen, Schweden, Großbritannien teil.
Hauptziel der Studie ist der Nachweis einer Verbesserung des krankheitsfreien Überlebens von Patienten im Stadium II und III. Das krankheitsfreie Überleben dieser Gruppe wird derzeit mit etwa 70 Prozent nach drei Jahren angegeben. Durch die zusätzliche Gabe von Oxaliplatin soll diese Zahl um absolut 7 Prozent gesteigert werden.

Daneben nimmt das Darmkrebszentrum an der Anwendungsbeobachtung zur Wirksamkeit und Verträglichkeit einer First-Line-Behandlung des metastasierten kolorektalen Karzinoms mit Bevacizumab (Avastin®) teil.
Als Anwendungsbeobachtung bezeichnet man im Bereich der medizinischen Forschung nicht-interventionelle Studien, die dazu bestimmt sind, Erkenntnisse bei der Anwendung zugelassener oder registrierter Arzneimittel zu sammeln.
Bevacizumab gehört zur Gruppe molekularbiologischer Wirkstoffe und ist ein Antikörper gegen VEGF (vascular endothelial growth factor). Der Tumor benötigt VEGF zur Bildung von Blutgefäßen. Die Gabe von Bevacizumab führt zum Absterben von Endothelzellen und zur Rückbildung neuer unreifer Tumorgefäße. Als Endothel (lat.: endothelium) bezeichnet man die zum Gefäßlumen hin gerichteten Zellen der innersten Wandschicht von Blutgefäßen.

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